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Als die Gruppe der Gandmasters, in die ich mich nach dem Start ein bißchen eingereiht hatte, den Fernsehturm erreicht, kommt die Sonne durch und verzaubert die Hunauspur zu einem Wintermärchen. In der Nähe der Hunaulifte dann zum ersten mal etwas zu trinken, die Verpflegungsstationen beim Siuerlänner sind vorbildlich und liebevoll organisiert.
Ich kann recht gut mit Langlaufskieren abfahren, stürze mich mutig in Abfahrten und hole bis zum Großen Bildchen die Grandmastersgruppe wieder ein, die mir zuvor auf der Hunau etwas davongelaufen war. Voriges Jahr gab's am Großen Bildchen von den Getränke reichenden Sauerländerinnen für alle Teilnehmer ein Küßchen auf die Wange, dieses Jahr nicht, naja, man kann nicht immer alles haben.
Dann der brutale Anstieg Richtung Altastenberg. Erstmals kommen mir leichte Zweifel an meiner Tagesform. Dann, in der Gegend von Lenneplätze und Langewiese der Mann mit dem Hammer, blau werden, wie wir's von der Olympiaberichterstattung her kennen. Ich hatte mir vorgenommen, in weniger als 4 Stunden (= meiner Zeit von 2005) nach Graftschaft zu kommen, da wird wohl nicht draus.
Am Albrechtsplatz laufen meine Grandmasters schon wieder weg, als ich ankomme, aber letzter bin ich wohl noch nicht. Ein Stück Banane, ein Becher Tee und weiter anstrengen bis zum Heidenstock. "Quäl dich du Sau", einen Satz, den Kommentatoren öffentlich im Fernsehen zitieren, darf man doch wohl gedanklich an sich selbst richten. Ab Schanze läuft's, hier ist die Spur auch wieder sehr viel schneller, das 30 km Schild, der mega tolle Blick auf Oberkirchen und in Almert die Gewißheit, den Siuerlänner geschafft zu haben.
In Grafschaft begrüßen sie mich namentlich, auch unser Wohnort Eckenhagen wird genannt. Eine hübsche junge Dame hängt mir die Medaille um und ich bin, trotz meiner schlechten Laufzeit von 4:13 einfach glücklich. Später in der Schützenhalle sitze ich zufällig mit dem Sieger meiner Altersklasse Walter Bender vom TGV Schotten zusammen am Tisch. Walter ist exakt so alt wie ich (64 Jahre) und hat die 36 km Strecke mit ihren 665 Höhenmetern bergauf, in unglaublichen 2 1/2 Stunden bewältigt. Um seine gute Zeit zu relativieren, erzählt er uns, daß er gerade erfolgreich am Margialonga teilgenommen hat. Ich tröste mich mit dem olympischen Gedanken, dabei sein ist alles. Den Abend und den nächsten Vormittag verbrachten Christel und ich im komfortablen Hotel Knoche in Rimberg, wir feierten unseren 42sten Hochzeitstag.
Ein Wort noch zur Stecke: der Siuerlänner Skiloap ist ein Lauf von Punkt A nach Punkt B, im Gegensatz zu anderen derartigen Läufen, die auf einer simplen Rundstrecke oder einfach nur hin und her gelaufen werden. Es geht von Rimberg nach Grafschaft, die landschaftliche Schönheit der Strecke ist nicht zu überbieten, die Highlights sind die einsame Hunauspur, die wunderschönen Fernsichten aus dem Astengebiet ins Rothaargebirge und die Blicke vom Waldrand hinter Schanze nach Oberkirchen und auf den Wilzenberg.
Die Skifreunde im Sauerland organisieren mit dem Siuerlänner einen großartigen Lauf, der nun, im Februar 2009 eine Wiederholung finden soll. Mal abwarten , ob's klappt, gegebenenfalls berichte ich erneut an dieser Stelle.
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