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Übrigens, 1982 sind Akki und ich auch durch das berühmte Mittagstal gefahren, eine Tour, die auch als "die hohe Sella Ronda" bezeichnet wird. Statt vom Pordoi Pass nach Arabba abzufahren, fährt man mit einer unglaublich kühn gebauten Kabinenbahn in die Sella Gruppe (auf den Sass Pordoi) und dann hat dann eine extreme und eindrucksvolle Abfahrt über1300 Höhenmeter zurück nach Colfosco und Corvara.
Die Jahre vergehen, 1990, sommerliche Party in Garten unseres Reihenhauses in Dreieichenhain. Bruder Siegfried und Sohnemann Akki (damals aktiver Rennradfahrer, Juniorenhessenmeister auf der Radrennbahn im Frankfurter Waldstation, etc.) haben eine verrückte Idee: an einem verlängerten Wochenende mit dem Rennrad mal einige Dolomitenpässe fahren, vor allen die Sella Ronda..
An unsere damalige Reise nach Südtirol, an unsere Fahrradfahrt über die 4 Sella-Pässe, an die Rast auf dem Grödnerjoch bei herrlichem Herbstwetter aber auch an die Umrundung des Monte Cristallo mit Mittagspause am Misurinasee am nächsten Tag habe ich wunderbare Erinnerungen.
Rennradfahren über gut ausgebaute Hochgebirgspaßstraßen, insbesondere in den Dolomiten, ist etwas ganz großartiges, man kann es nicht beschreiben. Landschaftserlebnissport pur. Langsam aber sicher schraubst du dich Meter um Meter nach oben, langsam fahren, Puls 120 bis 130, Grandmasters (= < 65 Jahre) lassen sich Zeit, Bergzeitfahren ist etwas für Jüngere, Radrennen über mehrere Hochgebirgspässe überlassen wir gedopten Gerolsteiner-, Milram- oder anderen Profis. Du kommst höher, die Fernsicht wird ständig grandioser, der Blick in die Dolomitenlandschaft ist unübertroffen.
2008. Vor einigen Tagen habe ich vom "Sella Ronda Bike Day" gehört, im Internet ist die Sache genau beschrieben: Am Sonntag, den 06.07.08 sind die Paßstraßen um die Sella Gruppe für Autos gesperrt, die Sella Ronda gehört den Radfahrern alleine.
Das wäre eine Gelegenheit, wenn nicht jetzt, wann dann. Ich reserviere ein Zimmer im 3 Sterne Hotel Val Parola in Armentarola und befinde mich mit meinem Colnago Classico (Bereifung: Schwalbe Ultremo) am Sonntag (06.07.) um 9:00 Uhr auf der Auffahrt zum Compolongo. Ich fahre die Sella Ronda zusammen mit ca. 12.500 Rennradfahrern und Mountain Bikern, (vom Veranstalter geschätzt). Es ist großartig, ich blicke in unzählige glückliche Radfahrergesichter und in eine phantastische Gebirgslandschaft, an die ich so großartige Erinnerungen über bald 5 Jahrzehnte habe.
Zurück in La Villa fängt es an zu regnen, aber das stört mich nicht mehr, ich habe die Sella Ronda zum vierten oder fünften mal in meinen Leben gemacht, 2 oder 3 mal mit Abfahrtsski und Lift und 2 mal mit dem Rennrad, bergauf mit eigener Kraft.
Warum habe ich diesen kleinen Aufsatz publiziert? Er soll eine Anregung sein zur Freude am Landschaftserlebnissport!
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