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Die Schwalbe-Pneus meines Bikes (Olper Cycles, ferarrirot) knirschen im Schotter. Ich pedaliere rhythmisch und gleichmäßig. Bergauf fahren Grandmasters langsam. Mich umgibt eine grandiose Hochgebirgslandschaft. Das Karwendelhaus (1800 m) ist mein heutiges Tagesziel. Die letzten 500 Höhenmeter sind steil, aber durchaus fahrbar.
Auf ca. 1600 m ein Brunnen. Kühles, gut schmeckendes Felsquellwasser. Die Trinkflasche wird aufgefüllt, ein Müsliriegel verabschiedet sich von der Welt. Dann weiter, harte Arbeit, aber irgendwann bin ich oben, abgekämpft, happy.
Eine derartige Auffahrt im Hochgebirge kann man nicht beschreiben. Ist es das Landschaftserlebnis oder die Freude an der physischen Leistung, die du erbringst oder eine Kombination aus beidem? Ich weiß es nicht, ich bin einfach nur glücklich und zufrieden.
Christel und ich verbringen einige Tage in Leutasch. Einige leichte Mountain Bike Touren und zwei Wanderungen unternehmen wir gemeinsam. Mal sehen, wie die Skilanglauftracks im Sommer aussehen, die wir vom Winter her so gut kennen. An einem Tag, an dem's die Septembersonne besonders gut mit dem Wettersteingebirge meint, umrunden wir den Walchensee und verbinden biken mit baden im ca. 18 °C warmen (kalten) Wasser, Christel schwimmt eine halbe Stunde, ich bin nach 5 min schon wieder draußen.
Heute habe ich einen freien Tag und diese etwas anspruchsvollere Mountainbike Tour steht auf der Agenda. Um ca. 9 Uhr fahre ich in Weidach los, durch "den Boden" nach Scharnitz und dann hinauf ins Karwendeltal. Im Karwendelhaus ein Bier (Weizen dunkel), und auf der Abfahrt ein Käsebrot auf der Larchetalm, wo ich eine etwas längere Pause mache. Außer mir finden sich noch 2 weitere Biker ein, einer kommt von unten hoch und fährt bald weiter, eine offensichtlich tüchtige Fahrerin kommt von oben, sie muß wohl von Hinteriß oder vom Ahornboden kommen.
Einsamkeit pur, selten im Karwendeltal, um so mehr genieße ich den Tag, schaue den Gebirgskühen beim grasen zu und hänge meinen Gedanken nach.
Erst spät am Nachmittag bin ich wieder in der Leutasch, Christel fragt am Handy, wo ich bleibe, sie war vormittags walken, nachmittags einkaufen und abends gibt's ein prima Abendessen auf dem Balkon unserer Ferienwohnung. Nach 65 km (80 % Schotter, 20 % Asphalt) und 1.350 Höhnenmetern schmeckst heute abend besonders gut.
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