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wie es früher war

1956 / 1969

Wenn ich gelegentlich davon rede, daß ich gerne skilaufe, werde ich oft gefragt: Langlauf oder Alpin? Ich beantworte diese Frage dann mit einem eindeutigen: Ja.

Ich habe als Kind und Jugendlicher das Skilaufen erlernt, als man noch die gleiche Ausrüstung (gleiche Schuhe und Ski) zum Skiwandern und zum (alpinen) Abfahren benutzte. Die Ski hatten die damals übliche Kabelzugbindung mit Tiefzughaken, in die das Kabel (zum Abfahren) eingehängt und (zum Laufen) ausgehängt wurde. Der Absatz des Skischuhs war dann auf dem Ski fixiert oder lose.

Mit diesen Skiern lief man z.B. im Taunus vom Sandplacken nach Oberreifenberg (Tiefzughaken ausgehängt). An der "Heimlichen Wiese" kaufte man, so man das Geld dafür hatte, eine Liftkarte, fuhr 3 oder 5 mal am Lift um dann die Ski auf den Großen Feldberg zu tragen. Man fuhr den "Siegfriedschuß" hinunter, trug die Ski wieder hoch und machte sich, Tiefzughaken teils eingehängt, teils ausgehängt, auf den Weg über den Fuchstanz zur Hohen Mark.

An folgenden Wochenendausflug in den Nordschwarzwald, den unser Vater mit Gerhard, Siegfried und mir im Winter 1956 unternahm, habe ich besonders romantische Erinnerungen:

Wir übernachteten im Hotel Mummelsee an der tiefverschneiten Schwarzwaldhochstraße. Samstags liefen (skiwanderten) wir über die Hornisgrinde zum Skilift in Untersmatt, fuhren ein paar mal Lift und Piste, um dann wieder zum Mummelsee zurück zu laufen. Sonntags waren wir am Ruhestein unterwegs, auch an diesem Tag kombinierte unser Vater mit uns eine Skiwanderung mit einigen Fahrten am Lift.

 

1956, Skiwandern im Nordschwarzwald

1969, die Raisigs
auf dem Weg zur Falkenhütte in den Allgäuer Alpen

Sehr gerne erinnere ich mich auch an einen Skiurlaub in Steibis im Jahre 1969 mit meinen Eltern und meinen damals noch unverheirateten Brüdern. Einer unserer einheimischen Gastgeber hatte uns zu einer Skitour zur Falkenhütte eingeladen, die weit außerhalb des damals auf den Imberglift beschränkten Steibiser Skigebiets lag.

Im leicht ansteigenden Gelände hatten wir die Kabel unserer Bindung aus dem Tiefzughaken ausgehängt. Wenn es zum Laufen mit Ski zu steil wurde, trugen wir die Latten, um dann das Abfahren im Gelände um so mehr zu genießen.

Ich weiß nicht mehr genau, seit wann es Langlaufski gibt, wie wir sie heute kennen und maschinell gespurte Loipen. Ich weiß aber, daß man auch heute noch wunderschön skiwandern kann (mit Langlaufski) in unseren Mittelgebirgen im freien Gelände oder auf tief verschneiten Waldwegen, abseits von präparierten Loipen und Skating Pisten.

Für alpine Skitouren (im Hochgebirge) gibt es hervorragende Ausrüstungen: Tourencaver, Steigfelle, technologisch ausgereifte Tourenbindungen und sehr gute Skischuhe, mit denen man gleichermaßen steigen wie abfahren kann.

Skilaufen ist sehr viel mehr als Rasen auf glattgebügelten und manchmal hochgefährlichen Kunstschneepisten an Liftanlagen mit oftmals viel zu hohen Beförderungskapazitäten. Skilaufen ist unterwegs sein im Winter, oft in tiefverschneiter großartiger Umgebung, allein oder mit Freunden, eben Landschaftserlebnissport der besonderen Art.